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Falk Foundation | Dr. Falk
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Gallensteinerkrankungen

Rund 10 bis 15 Prozent der Menschen in den Industrienationen haben Gallensteine. Das entspricht in Deutschland rund zehn Millionen Menschen. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer, in der Altersgruppe über 40 weist etwa jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann Gallensteine auf. Jeder vierte bis jeder fünfte von ihnen leiden unter Symptomen durch Gallensteine. Zwei Drittel der Gallensteinträger aber haben keinerlei Beschwerden, sie haben sogenannte "stumme" Gallensteine.

Die Notwendigkeit einer Behandlung ergibt sich, so die allgemeine Meinung der Experten, nur, wenn die Gallensteine Symptome wie zum Beispiel Koliken verursachen. In erster Linie wird bei diesen Patienten heutzutage die Gallenblase operativ entfernt. Hier wiederum spielt die sogenannte Schlüssellochchirurgie (Laparoskopie) eine zunehmend wichtige Rolle. Allerdings gibt es auch andere therapeutische Möglichkeiten, cholesterinhaltige Steine, wie sie bei der Mehrzahl der Patienten vorliegen, zu entfernen. Sie können durch die Einnahme von Medikamenten aufgelöst werden (medikamentöse Lyse). Das Verfahren der Zerstörung von Gallensteinen per Ultraschallwellen (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie) hat man heute weitgehend verlassen.

Welche Behandlungsmethode im Einzelfall gewählt wird, hängt von der Größe und der Zusammensetzung der Steine sowie von individuellen Parametern wie etwa dem Operationsrisiko oder auch den Therapiewünschen des Patienten ab.

Ausführliche Informationen finden Patienten in dem Ratgeber:
"Was Sie über Gallensteinbehandlung wissen sollten (U85)".


Symptome durch Gallensteine
Die bekanntesten und wohl auch "eindrucksvollsten" Beschwerden, die Gallensteine verursachen, sind sogenannte Gallenkoliken, also starke Leibschmerzen von mehr als 15 bis 30 Minuten Dauer. Der Schmerz ist vorwiegend im oberen rechten Bauchraum lokalisiert, kann von dort aber in die Schulter und in den Rücken ausstrahlen.

Oft treten solche Schmerzen speziell nach dem Genuss bestimmter Nahrungsmittel auf. Um welche Nahrungsmittel es sich handelt, kann individuell sehr unterschiedlich sein, sehr häufig handelt es sich jedoch um fettreiche Kost.


Medikamentöse Auflösung
Gallensteine bestehen häufig aus Cholesterin mit unterschiedlichen Anteilen aus Kalk oder Abbauprodukten des Blutfarbstoffes (Bilirubin). Sie bilden sich, wenn die Gallenflüssigkeit und insbesondere die dafür verantwortlichen Gallensäuren das Cholesterin nicht mehr völlig lösen können. Dann fallen kleine Cholesterinkristalle aus und bilden den Startpunkt der Steinentstehung.

Bei der medikamentösen Auflösung wird versucht, das Cholesterin wieder in Lösung zu bringen, indem dem Organismus vermehrt die wasserlösliche Gallensäure Ursodesoxycholsäure zugeführt wird. Die Gallensäure kann den Prozess der Steinbildung umkehren und bereits vorhandene Gallensteine wieder auflösen.

Geeignet für eine solche Therapie sind Patienten mit Gallensteinen, die vorwiegend aus Cholesterin bestehen. Solche Steine sind nicht im Röntgenbild, aber im Ultraschall darstellbar. Der Steindurchmesser sollte nicht größer als 5 – 10 mm sein und die Gallenblase darf nur maximal zur Hälfte mit den Steinen gefüllt sein. Die Gallengänge müssen durchgängig sein, damit ein Gallestau vermieden wird.

Immer ist Geduld bei der medikamentösen Lyse gefragt. Denn so wie die Steinentstehung eine geraume Zeit benötigte, so braucht auch die Steinauflösung Zeit. Die Behandlung erstreckt sich im Normalfall über mindestens 9-12 Monate bis hin zu zwei Jahren. Dabei müssen die Gallensäuren konsequent und regelmäßig eingenommen werden, da sonst kein Therapieerfolg zu erwarten ist. Die Einnahme erfolgt am besten abends. Wird die Gallensäure regelmäßig eingenommen, so lassen sich bis 70 Prozent der für dieses Verfahren geeigneten Steine per medikamentöser Lyse auflösen. Ein Nachteil der medikamentösen Gallenstein-Lyse besteht in der hohen Rate wiederauftretender Gallenblasensteine. So entwickeln ca. die Hälfte der Patienten innerhalb von 5 Jahren erneut Gallensteine, die allerdings auf eine wiederholte Therapie mit Ursodesoxycholsäure wiederum gut ansprechen.


Stoßwellenlithotripsie
Bei der Stoßwellenlithotripsie, die nur noch in wenigen Kliniken durchgeführt wird,  werden die Gallensteine mithilfe von Stoßwellen, die außerhalb des Körpers von einem Generator erzeugt und genau auf einen Gallenstein gerichtet werden, zertrümmert. Der Stein zerfällt dabei in viele kleine Bruchstücke. Diese können direkt über die Gallengänge ausgespült werden. Sinnvoll ist jedoch eine medikamentöse Nachbehandlung mit Ursodesoxycholsäure, um auch kleine Steinreste noch zur Auflösung zu bringen.

Die Stoßwellenbehandlung dauert etwa 30 bis 60 Minuten, der Steinzerfall wird per Ultraschall überwacht. Allerdings sind je nach Steintyp und –größe unter Umständen mehrere dieser Sitzungen notwendig.

Geeignet ist das Verfahren vor allem, wenn sich in der Gallenblase nur einzelne Gallensteine befinden. Diese sollten nicht verkalkt sein und der Durchmesser sollte nicht über zwei Zentimetern liegen. Die Gallenblase sollte außerdem intakt sein, die Gallenwege durchlässig, Entzündungen müssen ausgeschlossen sein.

Werden diese Voraussetzungen beachtet, so läßt sich bei geeigneter Patientenauswahl in 60 bis 90 Prozent der Fälle innerhalb weniger Monate Steinfreiheit erzielen. Das Verfahren ist deutlich schonender als die Operation, die Gallenblase bleibt, ebenso wie bei der medikamentösen Lyse, erhalten.


Gallenstein-Operation
Die operative Entfernung der Gallensteine ist heute die am häufigsten angewandte Therapie des Leidens. In den meisten Fällen geschieht dies mittels der sogenannten "Schlüsselloch-Chirurgie", ohne großen Bauchschnitt. Etwa 100.000 Eingriffe dieser Art werden jährlich in Deutschland durchgeführt, die Entfernung der Gallenblase (und mit ihr der Gallensteine) gehört inzwischen zu den sichersten operativen Eingriffen überhaupt. Dennoch ist die Operation für den Patienten selbstverständlich belastender und mit mehr Risiken behaftet als die medikamentöse Lyse oder die Stoßwellenlithotripsie.

Bei der Operation wird man sich, wann immer möglich, für das schonendere Verfahren ohne Bauchschnitt, also für die laparoskopische Cholezystektomie (Entfernung der Gallenblase) entscheiden, eine Operationstechnik, die nur kleine Narben hinterlässt. An der herkömmlichen Cholezystektomie mit Eröffnung des Bauchraumes aber führt kein Weg vorbei, wenn eine komplizierte Situation vorliegt, durch eine ausgeprägte Entzündung der Gallenwege, oder wenn bereits früher Operationen im Bauchraum durchgeführt wurden.

Eine chirurgische Entfernung der Gallenblase beseitigt jedoch nicht die Ursachen der Gallensteinentstehung. So wird gelegentlich von einer erneuten Bildung von Gallensteinen in der Gallengängen berichtet. Andererseits klagt ein Teil der operierten Patienten über anhaltende Verdauungsbeschwerden, da nun die Gallenblase als Speicherorgan für die zur Fettverdauung benötigten Gallenflüssigkeit fehlt.


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