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Colitis ulcerosa

Morbus Crohn

Mikroskopische Kolitis


Morbus Crohn

Die genaue Krankheitsursache ist bis heute unklar. Neben einer erblichen Veranlagung ist es wahrscheinlich, dass Umwelteinflüsse eine Rolle spielen, da der Morbus Crohn in hoch technisierten Ländern viel häufiger vorkommt als in anderen Ländern. Aber auch das Rauchen ist ein nicht zu unterschätzender Faktor.


Symptome und Krankheitsverlauf
Der Begriff „Morbus Crohn“ ist nach seinem Entdecker, dem amerikanischen Gastroenterologen Burrill B. Crohn benannt. Anders als bei der Colitis ulcerosa kann der gesamte Magen-Darm-Trakt, vom Mund bis zum After, in Mitleidenschaft gezogen sein. Dabei können alle Wandschichten des Darmes von der Entzündung betroffen sein und entzündungsbedingte Durchbrüche vom Darmlumen ins umliegende Gewebe oder zu angrenzenden Organen auftreten. Diese werden als Fisteln bezeichnet. Es erkranken vorwiegend junge Menschen, meist zwischen dem 16. und 30. Lebensjahr. Bauchschmerzen, Durchfälle (in schweren Fällen 10 bis 15 pro Tag), eine ungewollte Gewichtsabnahme und unklares Fieber, sind Symptome, mit denen der Morbus Crohn sich bemerkbar macht. Die Beschwerden können langsam schleichend auftreten, weshalb die Krankheit nicht immer gleich als solche erkannt wird. Manchmal wird erst nach Jahren, wenn bereits Komplikationen wie äußerlich sichtbare Fisteln im Afterbereich oder Einengungen (Stenosen) des Darmlumens auftreten, ein Morbus Crohn diagnostiziert.

Häufiger als bei der Colitis ulcerosa können beim Morbus Crohn Krankheitserscheinungen auch an anderen Organsystemen auftreten, so genannte extraintestinale Manifestationen. Sehr häufig bildet sich ein Erythema nodosum, eine schmerzhafte, rötlich-lila gefärbte Verdickung der Haut. Charakteristisch sind außerdem wiederkehrende Gelenkentzündungen sowie Entzündungen im Bereich der Wirbelsäule oder der Augen.


Diagnosemöglichkeiten
Der Arzt wird den Patienten zunächst untersuchen, d.h. seinen Bauch abtasten, abklopfen und den Enddarm austasten. Blutuntersuchungen können Entzündungsparameter und veränderte Blutwerte aufdecken. Eine wichtige Übersicht liefert die Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes. Gesichert wird die Verdachtsdiagnose durch die Darmspiegelung (Koloskopie), bei der der Untersucher mithilfe eines optischen Gerätes (Endoskop), das vom After her in den Darm eingeführt wird, direkt die Darmschleimhaut begutachtet. Dadurch lassen sich entzündliche Veränderungen und Geschwüre visuell erkennen und in ihrer Ausprägung und Lokalisation bewerten. Desweiteren können zusätzliche Untersuchungen wie Röntgenuntersuchung oder eine Computertomografie nötig sein.
Neue Untersuchungsmethoden ermöglichen es mittlerweile auch den Dünndarm in seiner gesamten Länge einzusehen.


Therapieformen
Da die Krankheitsursache des Morbus Crohn bisher nicht genau verstanden wird, orientiert sich die Therapie zum jetzigen Zeitpunkt an den Symptomen und Beschwerden der Patienten. Eine Heilung kann damit medikamentös nicht erreicht werden.
Ziel der aktuellen Behandlungsoptionen ist es, eine Linderung der Beschwerden zu erwirken, die Entzündungsaktivität zu dämpfen und für ein langes, beschwerdefreies Intervall (Remission) zu sorgen.
Im akuten Schub sind häufig Kortisonpräparate notwendig. Mit dem Wirkstoff Budesonid steht ein gut verträgliches Kortison zur Verfügung, welches lokal an der Darmschleimhaut wirkt. Der Wirkstoff wird im unteren Dünndarm freigesetzt, also dort, wo sich die Entzündung hauptsächlich abspielt. Die Substanz wird nach ihrer Wirkung im Dam direkt in die Leber transportiert und dort abgebaut. Sie zirkuliert damit nur in minimaler Menge im Blut und der Organismus wird nur wenig belastet. Das erklärt, warum unter Budesonid deutlich seltener Nebenwirkungen auftreten als unter den klassischen Kortikoiden.
Wenn nicht nur der Dünndarm, sondern zugleich der Dickdarm von der Entzündung betroffen ist, wird häufig auch hochdosiert mit Mesalazin behandelt.
Lässt sich mit Kortikoiden und Mesalazin keine Remission erzielen, werden Immunsuppressiva, vor allem Azathioprin oder Methotrexat eingesetzt. Immunsuppressiva unterstützen die entzündungshemmende Wirkung der Kortikoide und helfen diese einzusparen.
Monoklonale Antikörper (gegen TNF- oder Integrin-Moleküle) werden eingesetzt, wenn alle anderen Wirkstoffe nicht zum Erfolg führen.
Durch die Behandlung mit den verschiedenen Medikamenten und ggf. bereits durch die Beendigung des Rauchens lässt sich das erneute Aufflackern der Entzündung nur hinauszögern, ganz verhindern lässt sich ein erneuter Schub in aller Regel nicht.
Operationen sind beim Morbus Crohn erforderlich, wenn es zur Ausbildung von Komplikationen wie Fisteln oder Darmverengungen (Stenosen) kommt. Es wird immer darmerhaltend operiert, denn eine Entfernung des entzündeten Darmbereichs würde nicht zu einer Heilung führen, da die Entzündung sich in andere Regionen des Magen-Darm-Traktes verlagern kann.
Beim Morbus Crohn kann es häufiger als bei der Colitis ulcerosa zu einer Vielzahl von Mangelerscheinungen kommen. Diese können Vitamine, Mineralien und Eiweiß betreffen und sollten durch geeignete Präparate ersetzt (substituiert) werden. Zur Substitution von Zink eignet sich das Präparat Zinkamin-Falk®, in der das Zink besonders gut verträglich ist, da es an die Aminosäure Histidin gebunden ist.
Während eines akuten Schubes kann es außerdem erforderlich sein, die notwendigen Nährstoffe mittels einer speziellen Trinklösung (notfalls per Infusion) aufzunehmen. Ansonsten ist eine spezielle Diät nicht erforderlich. Die Patienten sollten wegen der drohenden Mangelernährung auf eine ausgewogene Kost achten. Bei einer Störung der Fettresorption kann es zudem zu einer Unterversorgung mit den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K kommen. Zur Sicherstellung der lebensnotwendigen Versorgung müssen diese in diesem Fall mit einer Spritze injiziert werden. Die für diesen Zweck ursprünglich von der Firma Dr. Falk Pharma produzierten ADEK-Falk® Ampullen werden schon seit längerer Zeit nicht mehr angeboten, Betroffene können aber die Vitamine A, D, E, K als Fertigspritze auf Rezept über die „Alte Apotheke“ in Stuttgart beziehen. (Tel.: 0711 540855 14,
www.aa-s.de).


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